Story

Du bist, was du isst

Warum es gefährlich ist, Tiere zu töten

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USA, Houston, Texas

2016
Toni

Endlich Schule aus.

Du freust dich schon auf das Basketball-Training, aber vorher musst du unbedingt was essen. Dir knurrt der Magen.

Du steuerst den alten Snack-Automaten am Schulausgang an. Dir läuft schon das Wasser im Mund zusammen, aber du hast ein ungutes Gefühl.

Schokoriegel anschauen

Im Geographie-Unterricht hast du eine krasse Doku angeschaut:

Offenbar werden für die Produktion von Süßigkeiten Unmengen an Palmöl verwendet, was zur Zerstörung des Regenwalds führt… Du willst die Palmölindustrie nicht weiter unterstützen.

Magenknurren ignorieren

Deine Familie kann es sich nicht leisten, dir viel Taschengeld zu geben, deshalb musst du genau überlegen, wofür du es ausgibst.

Einen Snickers kaufen…vielleicht das nächste Mal etwas palmölfreies
Bei McDonald’s einen Cheeseburger holen
USA, Houston, Texas

15 Minuten später
Miguel

Es ist Spätnachmittag, die anstrengendste Zeit in der McDonald‘s Filiale.

Dich quälen nicht nur die Müdigkeit und der Geruch von frittiertem Öl, sondern auch die ätzende Langeweile.

Warum machst du diese Arbeit überhaupt?

Gähnen

Fünf Jahre lang hast du BWL studiert und Unmengen an Geld an die Uni abgedrückt, nur um jetzt drei schlecht bezahlte Jobs auf einmal zu machen.

Bis deine Schulden abgearbeitet sind, wird es weitere vier Jahre dauern.

Wie willst du das durchhalten?

Teenagerin anblicken

Sie hält dir ein paar Scheine hin. Ihre Bestellung nimmst du gar nicht mehr richtig war.

Du drehst dich um, deine Hände greifen automatisch nach dem Fleisch, den vier Scheiben Gurken im Glas, dem fettigen Käse.

Du denkst schon lange nicht mehr darüber nach, was du eigentlich machst, es ist fast so, als würdest du dir selbst bei der Arbeit zusehen.

Fleisch warm machen

Übelkeit steigt in dir auf und du drehst dich kurz weg.

Das Fleisch von tausenden Rindern in einem Patty… Massenzucht, Methan-Emissionen, Antibiotikaresistenz… eigentlich willst du mit der klimaschädlichen Fleischindustrie gar nichts zu tun haben.

Zeit, Klartext mit deiner Chefin zu reden.

Gehaltserhöhung verlangen. Vom Tellerwäscher zum Millionär heißt es doch
Vorschlagen, die Filiale zu schließen und Bio-Burgerladen eröffnen
USA, Houston, Texas

10 Jahre später
Toni

Du sitzt im bekannten Bio-Burgerladen und beißt in den saftigen Falafel-Burger.

Früher war hier der McDonald‘s, in dem du häufig Cheese-Burger gegessen hast, aber mittlerweile erzählst du nicht mehr gerne, wie oft du da warst.

Foto vom Burger posten

Die Doku über Palmölplantagen hat dich nicht mehr losgelassen. Du hast Journalismus studiert und drehst nun selbst investigative Dokus.

Momentan bist du einer heißen Sache auf der Spur:

Offenbar verwendet McDonald’s trotz Nachhaltigkeitsversprechungen mit Hormonen angereichertes Schweinefleisch in seinen Burgern.

Mails checken

Du stutzt und liest die Mail in deinem Spam Ordner noch einmal.

McDonald’s hat von deinen Recherchen erfahren und bietet dir 1 Million Euro, wenn du die gesammelten Beweise vernichtest.

Sie drohen, dich wegen Verleumdung anzuklagen. Eine Abmahnung einer renommierten Kanzlei befindet sich schon in deinem Postfach. Langsam sickert in dein Bewusstsein, was das für dich bedeutet.

Entscheiden

Mit 1 Million kannst du deine Schulden zurückzahlen und einen Film über das massive Artensterben im tropischen Regenwald drehen.

Zeit, dich mit McDonald’s anzulegen, bleibt dir noch dein ganzes Leben.

Gleichzeitig fühlst du dich verpflichtet, die Wahrheit ans Licht zu bringen, selbst wenn du dafür ins Gefängnis musst.

McDonald’s Angebot annehmen
Drohung ignorieren
USA, Houston, Texas

30 Jahre später
Toni

Du bist schon wieder in deiner Heimatstadt in deinem Lieblingslokal. Es war die richtige Entscheidung, deine Doku zu veröffentlichen.

Unter dem Druck der Öffentlichkeit, wagte es McDonald’s nicht, seine Drohungen wahrzumachen.

Wenige Monate später ging das Unternehmen pleite, viele weitere Fastfood-Ketten folgten. Inzwischen sind die großen Fastfood-Ketten der Welt verschwunden…

Speisekarte lesen

Burger ist hier wie immer der Verkaufsschlager. Allerdings muss kein Tier mehr dafür sterben. Fleisch wird im großen Stil künstlich gezüchtet und alle anderen Lebensmittel werden lokal in ehemaligen Schiffscontainern angebaut, die sich meterhoch am Stadtrand türmen.

In Houston wurde viel Geld in robuste Infrastruktur gesteckt. Die Schäden, die durch Hurrikans und Überschwemmung entstehen, muss der industrielle Komplex bezahlen.

Seit es Grundeinkommen gibt, trauen sich die Menschen, falsches Verhalten von Großunternehmen anzuprangern und verwirklichen in Eigeninitiative nachhaltige Wirtschaftskonzepte.

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USA, Houston, Texas

30 Jahre später
Miguel

Es ist Peak hour und deine Burgerbude ist brechend voll.

Du bist aufgeregt, denn du möchtest deinen Gästen heute eine Doku über jenes unscheinbare Mädchen zeigen, das früher so häufig zum Burgeressen kam.

Film starten

Aus ärmlichen Verhältnissen kommend, hat sie sich hochgearbeitet und erschütternde Filme gedreht, die um die Welt gingen.

Ihre Recherchen, die man nach ihrem Tod an einem geheimen Ort fand, brachten die schmutzigen Praktiken von McDonald’s und der Fleischindustrie ans Licht.

Vegetarischen Burger servieren

Ihr ist es zu verdanken, dass es mittlerweile keine Fastfood-Ketten mehr gibt.

An ihre Stelle sind kleine Imbisse getreten, die dein Geschäftsmodell nachgeahmt haben und frisches und regionales Essen verkaufen.

Der Klassiker bei den Teenagern ist Mehlwurmpizza.

Eine kleine Pause machen

Schade nur, dass der Film tragisch endet:

Als die Dokumentarfilmerin im indonesischen Regenwald als Orang-Utan getarnt die letzten verbliebenen Exemplare der inzwischen ausgestorbenen Art filmt, wird sie von einem Wilderer unglücklicherweise erschossen.

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USA, Texas, unweit von Houston

10 Wochen vorher
Nr. 40-5998

In deinem Magen grummelt es und eine Ladung Gas bahnt sich seinen Weg aus deinem Körper.

Deine Leidensgenossen neben dir geht es nicht anders. Dein Leben spielt sich auf weniger als 3 Quadratmeter ab, besteht nur aus fressen und schlafen.

Was eine Wiese ist, weißt du nicht, denn alles, was du kennst, ist das künstliche Licht und der harte und feuchte Betonboden, auf dem du schon häufig ausgerutscht bist.

Aufstoßen

Dein ganzes Leben hast du gewartet. Heute ist es soweit.

Du siehst bereits die Menschen kommen. Du hast schon häufig beobachtet, wie die anderen aus dem Gebäude getrieben wurden.

Sie dachten, sie würden nun endlich aus ihrem Gefängnis entkommen, freuten sich auf die Freiheit. Du hast sie nie wieder gesehen.

Dein Stresspegel steigt. Du ahnst, dass dir Schlimmes bevorsteht.
Du bist voller Vorfreude. Endlich hat die ewige Monotonie ein Ende und dein Leben einen Sinn!
USA, Texas, unweit von Houston

9 Wochen vorher
Nr. 40-5998

Erst als du in den Schlachthof gebracht wirst, wird dir bewusst, dass dein Leben sehr bald ein Ende nehmen wird.

Enttäuschung macht sich in dir breit. So sehr hattest du gehofft, noch einmal die Sonne zu sehen.

An deine unbekannte Mutter denken

Der Mensch richtet sein Bolzenschussgerät auf deine Stirn.

Du hast keine Chance, auszuweichen.

Du fühlst dich wie betäubt, glaubst bereits, das Schlimmste hinter dir zu haben… aber als dir das Messer in die Kehle fährt, merkst du, dass der Schuss nicht richtig getroffen hat.

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USA, Texas, unweit von Houston

9 Wochen vorher
Nr. 40-5998

Als du in den Schlachthof gebracht wirst, hast du plötzlich keine Angst mehr.

Lieber sterben als weiter vor sich hinvegetieren.

Nur der Gedanke, dass deine Leiche später in kleinen Stücken in den Mägen der Menschen landen wird, findest du irgendwie entwürdigend.

Auf den Tod warten

Du hoffst, dass du dir in deinem Leben als Rind genügend gutes Karma ansammeln konntest, um im nächsten Leben als Mensch wiedergeboren zu werden.

Eins weißt du jetzt schon: Du wirst Vegetarier sein.

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Indonesien, Insel Sumatra

3 Jahre später
Koko

Weißer Dampf steigt nach oben, winzige Tröpfchen bedecken dein Fell.

Es ist schwül und heiß.

Das ständige Gezwitscher der Vögel, das Rascheln der großen und dicken Blätter und das Gewusel tief unten am Boden des Waldes nimmst du gar nicht bewusst wahr, aber es gibt dir ein Gefühl der Sicherheit.

Dein Bein anschauen

Die schwarze Stelle schmerzt. Es ist eine verkrustete Narbe, die du dir zugezogen hast, als du in ein Buschfeuer geraten bist. Dein Revier ist geschrumpft.

Immer wieder siehst du die trockenen Flächen vor dir, ohne einen einzigen Baum.

Abgestorben und tot. Und dann beginnen schnurgerade Reihen von Gewächsen, riesige Monokulturen voller Palmölpflanzen.

Aufschrecken

Das Geräusch einer Motorsäge fährt dir in die Knochen.

Du hörst ein Knacksen.

Jemand ist in dein Territorium eingebrochen!

Flüchten so schnell du kannst
Eindringling beseitigen
Indonesien, Sumatra

2 Stunden später
Soko

Du liegst auf der Lauer und wartest darauf, dass sich der Orang-Utan zeigt.

Dein Beruf als Wilderer ist noch schwieriger geworden, seit du dich mit Farmern, Tierschützern und Rohstofffirmen um die Ressourcen des Regenwalds streiten musst.

Dazu kommen die ständig wachsenden Palmölplantagen, die die Fläche des Regenwalds ständig verkleinern.

Beine strecken

Ungeduldig schaust du dich um. Die Sonne steht bereits tief und du musst endlich wieder einmal etwas schießen.

Ein toter Orang-Utan bringt dir auf dem Schwarzmarkt genug Geld ein, um für mehrere Monate gut zu leben.

Aufstehen

Plötzlich hörst du ein leises Knirschen. Ungefähr 30 Meter vor dir schwingt sich ein Orang-Utan auf die nächste Baumkuppel.

Du hältst den Atem an und legst an. Durch die Zielvorrichtung kannst du das Tier genauer beobachten. Sein Bein sieht seltsam aus, als wäre es verbrannt.

Das Tier bleibt sitzen. Jetzt!

Gewehr entsichern

Deine Hand streift über den Lauf, verharrt.

Orang-Utans sind bedroht und dir gegenüber völlig wehrlos.

Andererseits… das Tier ist verwundet, früher oder später wird es ohnehin sterben.

Dein Herz rast.

Abdrücken
Gewehr senken
Indonesien, Sumatra

10 Jahre später
Toni

Du bist beeindruckt, als du dich von Soko durch die Reste des Regenwalds führen lässt.

Früher ein Wilderer, arbeitet er jetzt bei einer lokalen NGO, die sich für den Schutz des Regenwalds einsetzt.

Soko ist zufrieden mit seinem Job, denn er hat endlich das Gefühl, etwas Sinnvolles für den Planeten zu tun. Damit ist er der ideale Interviewpartner für dein Buch über den illegalen Ausbau von Palmölplantagen.

Gespräch starten

“Gibt es etwas, das du den Leserinnen meines Buches unbedingt mitteilen möchtest?”

“Ich wünsche mir nur, dass die Menschen in den reicheren Ländern der Erde weniger Palmölprodukte kaufen.”, sagt Soko, “Gegen die globale Nachfrage nach billigem Öl hat unsere NGO kaum eine Chance.”

Du nickst. Du weißt selbst, wie schwierig es ist, auf Palmölprodukte zu verzichten. Doch langsam wachen die Konsumierenden auf. Wird dein Buch sie dazu bringen, ihr Verhalten endlich zu ändern?

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Indonesien, Sumatra

2 Sekunden später
Soko

Die Kugel zischt haarscharf am linken Ohr des Orang-Utans vorbei.

Erschrocken zuckt das Tier zusammen und verschwindet blitzschnell in den Baumkronen des Regenwaldes.

Fluchen

In dem Moment raschelt es neben dir. Eine Hand packt dich und bis du begreifst, was geschieht, befindest du dich schon mit deinem Gesicht im Dreck.

Du spürst einen fauligen Atem neben deinem Gesicht.

“Wilderei ist nach indonesischem Gesetz verboten!”, sagt ein Polizist in Tarnuniform, “Sie sind hiermit verhaftet!”

Stöhnen

Handschellen klicken, du siehst förmlich das Grinsen in seinem Gesicht.

Du weißt nicht, ob es dieses Gesetz wirklich gibt, aber gegen die Willkür der Behörden kannst du wenig tun. Du bist fassungslos über so viel Scheinheiligkeit.

Würden sich die Behörden auch nur einen Deut um diese Tiere scheren, würden sie einfach die Palmölplantagen verbieten.

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USA, Houston, Texas

2 Wochen vorher
Toni

Seit du mit Edward zusammen bist, sind deine Geldsorgen dahin.

Er arbeitet im Management eines bekannten Süßwarenherstellers und verdient genug, um euch einen dreiwöchigen Urlaub auf Sumatra zu bezahlen.

Die letzten lebenden Orang-Utans zu sehen war schon immer dein Traum.

Abflughalle betreten

Gerade als ihr euch einen Schokoriegel teilen wollt, hörst du plötzlich Trillerpfeifen und Geschrei. Eine Hand voll Umweltschutz-Aktivisten rückt an.

Sie protestieren gegen den Flugverkehr und den rücksichtslosen Umgang mit bedrohten Tierarten. Schnell lässt du die Tickets in deiner Jackentasche verschwinden.

“Sicher, dass du fliegen willst?”, fragt dein Freund, “Die Orang-Utans könnten wir auch im Zoo angucken…”

Widerwillig zustimmen
Nicht auf die Reise verzichten
USA, Houston, Texas

2 Jahre später
Koko

Du drückst deinen Kopf gegen das kalte Glas und starrst auf das Liebespaar.

Die Frau schaut dich mit einer Mischung aus Interesse und Enttäuschung an und macht ein paar Fotos von dir.

Gegen das Glas hauen

Mit aller Kraft wünschst du dir, das Glas zerbrechen und fliehen zu können, dich in eines der Flugzeuge zu setzen, die jeden Tag über den Zoo fliegen, und zurück nach Indonesien in deine alte Heimat zu kommen.

Du hättest den Menschen mit der Motorsäge nicht angreifen sollen. Du hast ihn nicht richtig erwischt, wurdest von ihm betäubt und bist in diesem schrecklichen gläsernen Gefängnis aufgewacht.

Durch das Glas gucken

Gelangweilt holt der Mann einen Schokoriegel hervor, dann schlendert das Paar weiter zu den Giraffen.

Wütend schleuderst du ihnen eine Bananenschale hinterher.

Sie prallt am Glas ab und rutscht langsam herunter, eine gelbe Schliere hinter sich herziehend.

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Indonesien, Sumatra

2 Wochen später
Toni

Während Edward im Hotel bleibt, bist du auf dem Weg ins Orang-Utan-Reservat.

Knappe zwei Stunden fährt der Jeep auf einer unbefestigten Straße immer tiefer in den Urwald. Immer wieder siehst du Menschen mit Motorsägen, die illegal Bäume fällen.

Irgendwo steigt Rauch aus dem Wald. Der Jeep kommt zum Stehen, der Eingeborene bietet dir an, dich im Dschungel herumzuführen und will dafür einen horrenden Preis.

Ablehnen

Seine Warnungen über illegale Wilderer und Holzfäller ignorierend, stürzt du dich ins Abenteuer.

Immer tiefer dringst du in den Wald, fasziniert von der Vielzahl unterschiedlicher Pflanzen und dem Vogelgezwitscher.

Nur das Geräusch einer Motorsäge irritiert dich.

Stehenbleiben

Neben dir knackst es unangenehm laut.

Im nächsten Moment kracht ein Baumriese neben dir zu Boden. Du stehst da wie erstarrt und siehst dich einem Orang-Utan direkt gegenüber.

Du starrst auf die prominente Narbe, die das Tier am Bein hat, unfähig, dich zu rühren, während das Tier langsam näherkommt.

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