Story

Du lebst nur einmal

Was ist wirklich wichtig im Leben?

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Südafrika, Kapstadt

Sommer 2018
Yannie

Du stehst auf dem Tafelberg an deinem Lieblingsplatz und schaust auf den Hafen deiner Heimatstadt.

Kleine Schiffe voll beladen mit Touristen schaukeln auf dem Wasser, das in der Sonne blitzt.

Ihr Ziel ist Robben Island, die Insel, auf der Nelson Mandela 27 Jahre seines Lebens im Gefängnis verbrachte. Er hatte es gewagt, sich für ein Südafrika einzusetzen, in dem Menschen mit dunkler Hautfarbe die gleichen Rechte hatten wie Menschen mit heller Hautfarbe.

Den Schiffen nachschauen

Auch dank seines Einsatzes konntest du in einem demokratischen Staat aufwachsen und gehst zusammen mit weißen und schwarzen Teenagern zur Schule.

Aber nur weil das System “Apartheid” offiziell Geschichte ist, heißt das nicht, dass Südafrika eine heile Welt ist. Ein Spaziergang in der Nähe deines Zuhauses – im Township Philippi – genügt, um sich vom Gegenteil zu überzeugen.

Einige deiner Freunde, mit denen du in der Grundschule gespielt hast, leben mittlerweile auf der Straße und verkaufen Drogen.

An die Zukunft denken

Du willst einen anderen Weg gehen. Du wirst in einer besseren Gesellschaft leben, als jetzt.

Du möchtest deiner Mutter ein gutes Leben ermöglichen, wenn sie alt ist.

Dein größter Traum ist, dass die Menschen zu dir aufsehen, stolz auf dich sind…

Doch wie willst du schaffen?

Hart arbeiten und reich werden
Dich für die Menschen vor Ort einsetzen
Großbritannien, Oxford

5 Jahre später
Yannie

Du kannst es kaum glauben, dass du tatsächlich einen Platz an einer britischen Eliteuniversität ergattert hast.

Es ist ein prächtiger Septembertag, die Sonne scheint dir ins Gesicht und trotzdem fühlst du Wehmut in dir aufsteigen.

Du bist allein in einem fremden Land und hast das Gefühl, als würden die Leute auf der Straße dich merkwürdig anschauen, als gehörtest du nicht dazu.

Den gepflegten Rasen bewundern

Du denkst an deine Mutter, die ihr Bestes getan hat, um dir das Studium zu ermöglichen. Es hat nicht gereicht, du musstest viel Geld leihen, um für die Studiengebühren zu bezahlen.

Sie will nur, dass du glücklich bist. Aber was bedeutet Glück für dich? Wie soll dein zukünftiges Leben aussehen?

Was willst du die nächsten Jahre studieren? Du weißt, dass diese Entscheidung deinen weiteren Lebensweg entscheidend prägen wird.

Langsam über den Rasen laufen

Physik hat dich schon in der Schule fasziniert.

Heimlich träumst du sogar von einem Nobelpreis.

Andererseits stehen deine Chancen mit “Businessmanagement” gut, später für die wichtigsten Firmen der Welt arbeiten zu können.

Businessmanagement studieren
Physik studieren
Großbritannien, Oxford

40 Jahre später
Yannie

Der Brief ist von einem großen Energiekonzern.

Du ahnst, was sie wollen…

Mit einem Team internationaler Experten ist es dir gelungen, Pläne für einen Kernfusionreaktor zu erstellen, der wirtschaftlich rentabel ist.

Das könnte die langersehnte Lösung für die Energieprobleme der Menschheit sein.

Brief öffnen

Der Konzern bietet dir an, die Rechte an den Bauplänen abzukaufen. Sie wären bereit, Unsummen dafür zu zahlen.

Damit könntest du dir endlich deinen Kindheitstraum von Yachten, großen Häusern am Strand und einem Leben in Luxus erfüllen.

Andererseits hattest du eigentlich vor, die Pläne der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen, damit alle etwas davon haben.

Angebot annehmen
Angebot ablehnen
Südafrika, Kapstadt

2 Jahre später
Yannie

Für deine Mutter kam das Geld zu spät. Gerade als die Villa am Strand fertig war, ist sie gestorben.

Jetzt stehst du alleine auf der Jacht, fühlst dich einsam. Viele Leute trauen dir nicht zu, dass du es als schwarze Frau aus den Townships mit eigener Arbeit zu so großem Reichtum gebracht hast.

Weiße Männer, die Fotos von Champagner-Parties ins Internet stellen, werden gefeiert. Du erhältst bloß Hasskommentare.

Zum Hafen schauen

Über den ganzen teuren Yachten thront unverändert der Tafelberg, auf den du früher so gerne gestiegen bist.

Früher hast du dir immer Geld gewünscht.

Jetzt weißt du gar nicht, wohin mit deinem Vermögen, und trotzdem hast du irgendwie dein Glück verloren.

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Südafrika, Kapstadt

10 Jahre später
Yannie

Nachdem dir als erste Südafrikanerin der Nobelpreis in Physik verliehen wurde, hat dich deine Heimatstadt zur Ehrenbürgerin ernannt.

Du lebst wieder im selben Township, in dem du aufgewachsen bist, doch es ist nicht wiederzuerkennen.

Du hast deine Erfindung frei verfügbar gemacht unter der Bedingung, dass auch die Energie, die durch deine Reaktoren erzeugt wird, frei verfügbar ist.

Deshalb ist Strom mittlerweile ein öffentliches Gut.

Umsehen

Die Sonne ist schon untergegangen, doch unter dir funkeln die Townships in neuem Glanz.

Eigentlich sind es keine Townships mehr.

Die Viertel sind hell erleuchtet, sauber und modern.

Das einzige, was geblieben ist, ist die Solidarität der Menschen.

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Großbritannien, London

10 Jahre später
Yannie

Die Rufe der Demonstranten hallen durch die Abflughalle.

Sie schreien “Klimakiller”, “Don’t melt our future” und “Climate Justice”.

Mithilfe deiner Bodyguards schaffst du es bis zum Terminal und betrittst verschwitzt das Flugzeug.

Du bist schon wieder hinter deinem Zeitplan.

Mails checken

Seit du Managerin einer großen Modefirma bist, fühlst du dich permanent unter Stress.

Selbst deine Mutter, die du aus dem Township nach London geholt hast, siehst du kaum noch.

Andererseits genießt du die Anerkennung, die du durch deinen Job bekommst. Du liebst es, in der Business Class zu fliegen und neue Länder kennenzulernen.

Mails beantworten

Die Vorwürfe der Demonstranten haben dich trotzdem getroffen.

Du weißt, wie umweltschädlich dein Lifestyle ist, und wenn die Welt so weitermacht, wird deine Heimatstadt Kapstadt überschwemmt werden.

Doch es ist so schwierig, etwas zu tun. Nicht mehr zu fliegen, bedeutet, alles aufzugeben, was du dir aufgebaut hast.

Weitermachen wie immer – alle anderen tun es auch
Radikalen Lebenswandel riskieren
Großbritannien, London

20 Jahre später
Yannie

Stromversorgung zusammengebrochen.

Müll türmt sich meterhoch in den Straßen, wird von sturzflutartigem Regen in eine stinkende Masse verwandelt.

Menschen leiden wieder an Malaria – entgeistert betrachtest du die Bilder deiner Heimatstadt, die das Nachrichtenprogramm unbarmherzig über den Bildschirm flimmern lässt.

Smartphone zur Seite legen

Mit jedem Meter, den die Themse weiter ansteigt, verliert deine kleine Wohnung an Wert.

London ertrinkt, und mit ihm seine Reichtümer: der Buckingham Palast, das Finanzzentrum, die teuren Immobilien.

Die Stimmung ist gereizt, fremdenfeindlich. Obwohl du bereits seit mehr als 30 Jahren hier lebst, fühlst du dich nicht mehr willkommen.

Fenster öffnen

Du schaust nach unten, auf die dunkle Brühe der Themse.

Ein Schritt – in die Tiefe stürzen – ins Wasser fallen und an der Küste vor Kapstadt wieder auftauchen, das wäre schön.

Trotz der schrecklichen Bilder vermisst du deine Heimatstadt. Aber Flieger verkehren aufgrund der drastischen Klimaschutzmaßnahmen nur noch selten.

Und in Kapstadt lebt es sich mittlerweile sehr gefährlich, wenn man reich ist.

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Kapstadt, Südafrika

3 Jahre später
Yannie

Stolz präsentiert dir deine Mutter das selbst geschneiderte Kleid mit den traditionellen südafrikanischen Mustern.

Seit ihr wieder in Kapstadt seid, scheint sie ihre Lebenskraft wiedergefunden zu haben, hilft sogar in dem kleinen nachhaltigen Modeunternehmen mit, das du hier aufgebaut hast.

Kleid begutachten

Deine Mutter geht Wasser an einer der Ausgabestellen holen.

Die Townships kämpfen mit Wasserknappheit, die Entsalzungsanlagen vor der Küste funktionieren immer noch nicht richtig.

Die früher arbeitslosen Frauen aus den Townships, die du beschäftigst, klagen, dass man auch mit Strom sehr sparsam umgehen muss.

Seufzen

An manchen Tagen vermisst du dein altes Leben. Am Anfang hast du dich wie eine Versagerin gefühlt, als du hierher zurückgekommen bist.

Das Ansehen als self-made-woman, den kleinen annehmlichen Schnickschnack – alles weg. Doch plötzlich spürst du die knochige Hand deiner Mutter auf deiner Schulter, die lautlos in die Hütte gekommen ist.

“Ich bin sehr stolz auf dich, Yannie.”, sagt sie leise. Du lächelst und einen Moment durchdrängt dich das seltsame und wunderbare Gefühl von Glückseligkeit.

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Südafrika, Kapstadt

5 Jahre später
Yannie

Leylas eisblauen Augen blitzen auf. “Du kannst doch keine Weltreise machen, während die Leute hier in den Slums krepieren!“, sagt sie.

“Das ist jetzt wohl übertrieben!”, rufst du wütend. Du versuchst, nicht an dein früheres Zuhause zu denken.

Was kann ich dafür, dass sie arm sind?! Denkst du etwa, du hast ein besseres Recht, die Welt zu entdecken, nur weil du weiß bist?”

Auf die Zunge beißen

Sie sieht dich seltsam an. “Ich werde Kapstadt nicht verlassen.”, sagt sie leise.

“Und wenn du ein bisschen Verantwortungsgefühl hättest, würdest du es auch nicht tun. Mit jeder Reise, jedem Flug verschlimmert sich die Klimakrise, unter der die Menschen in Kapstadt leiden werden, besonders die Ärmsten!”

“Deine Träume gegen hundertfaches Leid – willst du diesen Tausch wirklich machen?”

Fäuste ballen

Dabei hätte es so schön sein können. Der Abend deiner Abschlussfeier, zusammen mit der Frau, die du liebst in einer hippen Bar.

Seit deine Mutter einen führenden Kopf aus der Regierungspartei geheiratet hat, kannst du dir den Luxus leisten, selbst die Weltreise, von der du immer geträumt hast, scheint in greifbare Nähe gerückt.

Und jetzt lässt Leyla die Weltverbesserin raushängen.

Glas leeren

Wie willst du die Welt verbessern, wenn du nichts von ihr gesehen hast?

Warum solltest du nicht das Recht haben, wie alle anderen reichen weißen Kids in ferne Länder aufzubrechen, ein bisschen Work und Travel, lokale Küche und Selbstfindung? Leyla oder die Welt – Läuft es wirklich darauf hinaus?

An den Plänen festhalten, Leyla ignorieren
Pläne über den Haufen werfen, in Kapstadt bleiben
Südafrika, Kapstadt

20 Jahre später
Yannie

Die gleiche Bar. Die gleiche Frau dir gegenüber. Du verabscheust Déjà-vus.

“Das kann doch nicht sein!”, rufst du wütend, “Wir haben das Jahr 2043, warum ist eine lesbische Präsidentin immer noch ein Tabu-Thema?”

“Tja, unser Volk ist wohl konservativer, als wir dachten. Sieht man doch auch daran, dass der ANC immer noch regiert. Was wiederum gut für dich ist.” Sie lächelt schief.

Missmutig nicken

Mithilfe deines Charmes und deines Redetalents und mit der Unterstützung deines einflussreichen Stiefvaters hast du dich in den vergangenen Jahren im ANC, dem African National Congress, nach oben gearbeitet.

Du könntest Präsidentschaftskandidatin werden, und die Chancen, dass der ANC auch bei dieser Wahl gewinnt, stehen gut.

Weiteren Drink bestellen

Und bei Gott, es gibt viel zu tun, denn es scheint, als wäre die Apartheid in Südafrika zurück.

Diesmal wird jedoch nicht nach dem Pigmentierungsgrad der Haut getrennt, sondern nach der Anzahl Dollars, die man auf dem Konto hat.

Grund: Zunehmende Ressourcenknappheit und wachsende Ungleichheit. Je reicher die Reichen werden, desto mehr Angst haben sie vor der Armut.

Leylas Hand umklammern

Um von der Mehrheit der Partei und der Bevölkerung akzeptiert zu werden, müsstest du deine Beziehung mit Leyla geheim halten, vielleicht sogar aufgeben.

Die Zeiten sind extrem und die Menschen fangen wieder an, Andersfühlenden und Andersbegehrenden zu misstrauen.

Dabei willst du nichts sehnlicher, als endlich eine Familie mit ihr zu gründen.

Sie küssen – das letzte Mal für eine lange Zeit
Den Politikjob aufgeben und mit ihr zusammenziehen
Südafrika, Kapstadt

1 Jahr später
Yannie

Dein Kalkül ist aufgegangen. Nach einer guten Kampagne bist du mit großer Mehrheit gewählt worden. Die erste Frau an der Spitze Südafrikas!

Du kannst es immer noch kaum glauben. Die Menschen setzen ihre Hoffnungen in dich, du willst sie nicht enttäuschen. Endlich kannst du in die Fußstapfen deines Kindheitshelden Nelson Mandela treten.

Du möchtest die Townships transformieren, mit höheren Steuern für Millionäre die Straßen renovieren und die Menschen dabei unterstützen, einen neuen Lebensstil zu finden.

Aufs Meer schauen

Ein südafrikanischer Lebensstil, bei dem das Wort “Respekt” im Mittelpunkt steht.

Respekt vor dem Leben, vor den fragilen Ökosystemen und vor den Bedürfnissen der Mitmenschen.

Du wünschst dir, dass Reiche und Arme miteinander ins Gespräch kommen, dass Greise von Kindern lernen und umgekehrt, und dass Liebe in jeglicher Form respektiert und anerkannt wird.

Vielleicht kannst du dann bei der nächsten Wahl mit Leyla an deiner Seite kandidieren.

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Südafrika, Kapstadt

10 Jahre später
Yannie

Du erklimmst den Tafelberg, Leyla an deiner Seite.

War wieder ein anstrengender Tag heute, besonders der Fall mit dem Jungen, der sich vor der Aggressivität seines drogenabhängigen Vaters in euren Jugendclub geflüchtet hat.

Belastend.

Verschnaufen

Seit du den Politikerjob an den Nagel gehängt hast, arbeitest du als Sozialarbeiterin.

Du bist es leid, dich über die Unfähigkeit deiner früheren Parteigenossen aufzuregen und versuchst nun, lokal etwas zu verändern.

Der Jugendclub bietet jungen Menschen die Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen: Werkzeug, Pinsel, Bücher, Bälle und einen guten Internetanschluss. Für ein paar Stunden der Realität entkommen, Spaß haben und träumen.

Leylas Hand nehmen

Du fühlst dich zufrieden und erfüllt.

Du bist zwar nicht berühmt, aber die Kids in den Townships verehren dich und die Eltern respektieren dich.

Du bist stolz auf das, was du geschafft hast. Und auf die Tatsache, dass niemand mehr das Gesicht verzieht, wenn du mit Leyla irgendwo auftauchst.

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USA, New York

2 Monate später
Yannie

Du läufst die Fifth Avenue entlang, überwältigt von der emsigen Geschäftigkeit des “Big Apple”. Es kommt dir vor, wie in einem Zeitraffer.

Wasserstoffautos brausen über die Straße, über dir hörst du das Flapp-Flapp der Rotorenblätter von Hubschraubern, die auf den Dächern von Hochhäusern landen.

Dein Handy klingelt.

Rangehen

“Yannie!” Es ist dein Stiefvater. Irgendetwas stimmt nicht.

“Ich…deine… deine Mutter ist gestorben.” Das Blut gefriert dir in den Adern, du bleibst stocksteif stehen. Hinter dir flucht jemand.

“Wie?”

“Sie hatte Aids.” Ein Faustschlag in die Magengrube. “Aids?! Warum hat sie mir nie etwas davon gesagt?”

Handy umklammern

Erst jetzt erfährst du, dass sie sich prostituiert hat, um dich zu ernähren und dich auf eine bessere Schule zu schicken.

Jahrelang hat sie es getan, heimlich, bis sie deinen Stiefvater kennenlernte. Einer ihrer Kunden hatte HIV.

“Sie wollte nicht, dass du denkst, du hast eine Nutte als Mutter.”, flüstert dein Stiefvater.

Schreien

Leute schauen dich an, während du das Gefühl hast, den Boden unter den Füßen zu verlieren.

Das erklärt den Vater, den du nie hattest. Erklärt ihre Depression. Das Flackern in ihren Augen. Die Flecken auf ihrem Rücken.

Also hat sie sich wegen dir…? Und was bist du? Bist du aus dem Sperma dieses Typen gekrochen? Der mit dem HIV?

Auf die Straße rennen

Alles ist vernebelt. Das Bild ihres toten Körpers blendet dich, ein Tränenfilm liegt über deinen Augen.

Entfernt hörst du die Stimme deines Stiefvaters aus dem Gerät plärren. Um dich herum bricht ein Hupkonzert aus, dann braust etwas mit zu hoher Geschwindigkeit auf dich zu.

Du blinzelst. Eigentlich siehst du nicht den Sinn, warum du weiterleben solltest.

Stehenbleiben, reglos
Zur Seite werfen
Südafrika, Kapstadt

20 Jahre später
Yannie

Der Gottesdienst ist vorüber, Männer und Frauen stehen in kleinen Grüppchen zusammen und scherzen, um sie herum spielen die Kinder.

Die angenehme Geräuschkulisse tritt in den Hintergrund, während du die frische Luft in vollen Zügen einatmest.

Bilder tauchen vor dir auf, von Leyla, deiner Mutter, deinem Stiefvater.

Lächeln

Es tat weh, als sie abrupt aus deinem Leben verschwanden. Immer wieder hast du damit gespielt, deinem Leben ein Ende zu bereiten, bist an der Sinnlosigkeit verzweifelt.

Du hast dich nie dazu durchgerungen, sondern Ablenkung im Reisen gesucht. Die Naturwunder der Welt und ihre Zerstörung, das Leid der Menschen und ihr Lachen, das Glück der Liebe und der Schmerz der Trennung.

Du hast verstanden, dass das Schöne und das Schreckliche im Leben untrennbar miteinander verwoben sind.

Den Heimweg antreten

Mit der Zeit ist es dir gelungen, den Tod deiner Mutter zu ertragen. Die Beschäftigung mit der Religion hat dir den Sinn im Leben gegeben, den du verloren hattest.

Du bist zurückgekehrt nach Kapstadt, Pfarrerin geworden.

Nun möchtest du das an die Menschen hier weitergeben, das dir dabei geholfen hat, dich als geliebt und gewollt zu sehen und nicht als ein Versehen: deinen Glauben.

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Südafrika, Kapstadt

20 Jahre später
Yannie

Um dich herum steht die Community, klatscht, tanzt, während deine steifen Finger über die Kalimba tanzen.

Die Band dreht auf, Trommelsolos wechseln sich mit der rauchigen Stimme des Leadsängers.

Du fühlst dich wie berauscht, mitgerissen von der Musik, im Einklang mit der Band, sodass du völlig vergisst, dass sie stehen, während du auf dem staubigen Boden sitzt.

Solo beginnen

Das Auto hat dich nicht überfahren, doch es hat gereicht, um deine Beine zu zertrümmern. Der Schmerz war so stark, dass er sogar den Tod deiner Mutter überschattet hat.

Im Krankenhaus wolltest du das Werk vollenden, dich mit Tabletten zu deiner Mutter befördern.

Doch dann schenkt dir jemand eine Kalimba und du hast die Magie der südafrikanischen Musik entdeckt.

Solo beenden

Die Menge jubelt und das Glück durchdrängt jede Ader deines verbliebenen Körpers, verbindet dich mit den Zuschauern und der Band.

Vergessen die Tage der Trauer. Der Tsunami, der Teile der Stadt verwüstet hat. Die immer noch grassierende Drogenabhängigkeit.

Du willst genau so leben und nicht anders: Auf dem Boden im Staub, mit einer Kalimba, eins mit der Musik, dem Glück und den Menschen.

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